Das Label des Postmigrantischen versucht, dualistische etwa ethnizierende und kulturalisierende Denkmuster zu durchbrechen und auf Basis von konkreten Lebensbedingungen und alltäglichen Erfahrungen ein Wissen von Transnationalität zu gewinnen. Post bezeichnet hier nicht ein Nach im Sinne der zweiten Generation in Deutschland lebender Migrant*innen, sondern zielt darauf ab, Migrationsgeschichte neu zu erzählen und damit Gesellschaft anders zu denken. 

2008 gründete Shermin Langhoff das Postmigrantische Theater am Berliner Ballhaus Naunynstrasse, das gerade den Theaterpreis des Bundes für seine nachhaltigen Impulse für Diversität am Theater erhalten hat. In diesem Seminar lesen wir lesen Texte von und sprechen mit den Autor*innen Necati Öziri, Ewe Benbenek, Ivna Žic und Amir Gudarzi über ihre jeweilige Arbeit mit und am Theater, ihr Motivation, für das Theater zu schreiben, und die Frage, in wie viele Richtungen eine postmigrantische Lektüre führt.

Lehrende: Thielmann
BLOCKSEMINAR

Im Oktober findet die 25. Ausgabe des "Grenzenlos Kultur" Festivals für behinderte und nicht-behinderte Künstler*innen am Staatstheater Mainz statt. Integriert ist eine Fachtagung zur Inklusion in den Darstellenden Künsten, die „den Blick auf zweieinhalb Jahrzehnte inklusiver Kulturarbeit und aktuelle Entwicklungen für die Zukunft richtet. Im Wintersemester findet zudem die von Steven Solbrig kuratierte Ringvorlesung der HTA Cripping Online Lecture Performances?! statt, in der die Methode des Cripping diskutiert wird. Fragen der Inklusion werden aktuell an Theatern und Kunsthochschulen diskutiert und inklusive Praxen erprobt.
Das Blockseminar möchte einen Einstieg in die Komplexität der Fragen zur Inklusion eröffnen. Wir besuchen gemeinsam Vorstellungen des
Grenzenlos Kultur Festivals und sprechen mit der Festivalleitung. Zudem besuchen wir die Fachtagung zur Inklusion in den Darstellenden Künsten und diskutieren das Festival unter Einbezug von Beiträgen der Inklusions- und Teilhabeforschung. Neben der Öffnung der Institutionen Kunsthochschule und Theater für Menschen mit Behinderungen, steht auch die Durchlässigkeit und Verschiebung von ästhetischen und formalen Aspekten im Fokus unserer Überlegungen zur Inklusion im Theater.
Lehrende: Thielmann