Vor 200 Jahren wurde in Preußen ein Schulsystem im modernen Sinn aufgebaut. Schulgesang hatte darin einen festen Platz und diente vor allem kirchlichen Zwecken und staatsbürgerlichen Zielen. Seither haben sich Schule, Musikunterricht und die musikpädagogische Reflexion einerseits grundlegend gewandelt. Andererseits haben manche Fragestellungen und Probleme von damals ihre Bedeutung bis heute nicht verloren, etwa die Fragen nach dem Existenzrecht des Musikunterrichts als Teil allgemeiner Bildung, nach der „richtigen“ Methode des Singen- und Hören-Lernens, nach dem Verhältnis von inhaltlicher Freiheit und staatlicher Vorschrift u.a.m. Das Seminar gibt einen historischen Überblick, setzt aber auch Schwerpunkte, z. B. auf die Kestenberg-Reform in den 1920er Jahren und auf die Entwicklungen um 1968. Ein Ausblick auf heute aktuelle Entwicklungstendenzen rundet das Seminar ab.
- Dėstytojas: Werner Jank